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Ausstellung „Selbstbild“ von Sarah Wimmer

Fotografie

Öffentliche Vernissage mit Apéro:
Samstag 01. Juni 2019, 15.00 Uhr
Eintritt für alle Interessierten gratis.

Die Ausstellung „Selbstbild“ dauert vom 01. Juni bis am 06. Juli 2019 und ist während den normalen Caféöffnungszeiten jeweils Dienstag bis Samstag von 8.30 bis 11.00 Uhr geöffnet.


Sarah Wimmer

Hasen und Blümchen waren die ersten Sujets, die Sarah Wimmer fotografierte. Damals war die heute 23-Jährige acht Jahre alt und knipste mit ihrer ersten Kamera, die sie von ihrem Gotti erhalten hatte, munter drauflos. Das Fotografieren begleitete die in Niedergösgen aufgewachsene Oltnerin durch die ganze Kindheit. Vor etwa acht Jahren begann Sarah Wimmer, sich intensiver mit digitaler Fotografie auseinanderzusetzen. Nach dem Tod ihres Grossvaters erbte sie dessen analoge Kamera. „Die blieb aber lange Zeit im Schrank liegen“, sagt Sarah Wimmer. Vor vier Jahren entdeckte sie die Arbeit mit jener Kamera, „seither fotografiere ich vieles analog.“

Ihr Fotoprojekt „Selbstbild“ entstand digital und zeigt ihre Begeisterung für die Fotografie deutlich auf. „Was mich fasziniert, sind die vielen Facetten und wie sich die reale Wahrnehmung gegenüber der Wahrnehmung einer Fotografie verändert.“ Ein Spiel mit der Perzeption entstand auch während der Projektumsetzung und geht weiter, wenn man Sarah Wimmers im Juni im Obristhof ausgestellten Bilder betrachtet. Die Selbstportraitreihe ist an einem einzigen Nachmittag entstanden und ist abgeleitet aus Gedanken über zwischenmenschliche Beziehungen. „Die Fotografien sind ein Versuch zu akzeptieren, dass kein Mensch die exakt gleiche Wahrnehmung haben kann wie ich“, erklärt Sarah Wimmer. Sie verkörperte während den Aufnahmen gleichzeitig Fotografin und Fotografierte. So entstand ein Wechselspiel zwischen Innerem und Äusserem, zwischen Performance und Aufnahme. Sarah Wimmer stellte die Grenze zwischen den beiden Rollen infrage, die Grenze wurde diffus.

Mit jener „Verschwommenheit“ zu interagieren, reizt Sarah Wimmer immer wieder aufs Neue. „Wir mögen Sicherheit, daher auch Klarheit“, sagt die Studentin der Sozialanthropologie und Musikwissenschaft, „doch ist es nicht oft genau diese Klarheit, die uns hinters Licht führt, die uns daran hindert, etwas zu hinterfragen?“. Und so ziehen einen die Fotografien von „Selbstbild“ in den Bann, weil sie den Betrachter eben mit einer gewissen Unschärfe oder Undeutlichkeit zwingen, sich selbst einzubringen. „Jeder Mensch muss die Undeutlichkeit so lange formen, bis er sie auf seine eigene Weise lese kann. Das macht meines Erachtens undeutliche Strukturen langfristig verlässlicher als deutliche“, so die Künstlerin.

www.sarah-wimmer.com